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Das deutschsprachige Journal of Medical Drug Reviews (JMDRev) ist ein online-Journal und veröffentlicht Reviews über neu zugelassene Arzneimittel bzw. über Indikations-Erweiterungen bereits zugelassener Arzneimittel. Ziel ist die „evidence based“ Information von Medizinern in Klinik und Praxis über neue Entwicklungen in der Pharmakotherapie. Jeder Review enthält zusätzlich einen integrierten Kommentar eines Experten bzw. Meinungsbildners aus dem entsprechenden Fachgebiet, der den Stellenwert im gegenwärtigen Therapieregimen beleuchtet.

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Beispiel Experten-Kommentar:

Dr. med. Thomas Eigentler
Universitätsklinikum Tübingen


Nivolumab beim fortgeschrittenen, nicht-resezierbaren oder metastasierten Melanom

J Med Drug Rev 2016;6:11-22

„Die Prognose für Patienten mit metastasiertem Melanom war bis zur Etablierung der Checkpoint-Inhibitoren als ungünstig anzusehen. Mit der Einführung von Ipilimumab, einem CTLA-4 Antikörper, wurde erstmals eine Verbesserung des Gesamtüberlebens erreicht – wenn auch für eine kleinere Subpopulation. Neben der Anwendung von BRAF- und MEK-Inhibitoren, deren Einsatz auf Patieten mit BRAF-mutierten Tumoren beschränkt ist, stellen die PD-1 Antikörper Pemrolizumab und Nivolumab einen therapeutischen Meilenstein in der Therapie metastasierter Melanompatienten dar.

Für Patienten, die mit Nivolumab therapiert wurden, zeigte sich sowohl in der Erstlinien- als auch in der Zweitlinienbehandlung eine deutliche Verbesserung des objektiven Ansprechens bzw. des Gesamtüberlebens. In der Checkmate 037 wurden Patienten, die mit Ipilimumab und BRAF-Inhibitor (bei BRAFV600-Mutation positiven Tumoren) vortherapiert und darunter progredient waren, entweder mit Nivolumab oder einer Chemotherapie weiterbehandelt. Dabei zeigte sich in der Nivolumab-Kohorte einerseits eine höhere Rate des objektiven Ansprechens bei andererseits günstigerem Toxizitätsprofils. In der Zulassungsstudie (Checkmate 066) bei BRAF-wildtype Patienten wurde erstmals auch eine Überlegenheit sowohl des Progressions- als auch des Gesamtüberlebens für Patienten, die eine anti-PD1 Therapie als Erstlinientherapie gegenüber Dacarbazin erhielten, nachgewiesen.

Der konsekutive Schritt einer Kombinationstherapie aus Ipilimumab und Nivolumab wurde in der Checkmate 067 und Checkmate 069 Studie vollzogen. Die Kombinationstherapie zeigte sich hierbei einer Monotherapie mit Ipilimumab und einer Monotherapie mit Nivolumab hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens überlegen. Interessanterweise ist diese Überlegenheit der Kombinationstherapie vor allem bei solchen Patienten offensichtlich, die einer geringe PD1 Expression im Tumor haben. Von klinischer Seite aus müssen aber bei der Kombinationstherapie die deutlich intensiveren Nebenwirkungen, sowohl von der Frequenz als auf von der Intensität her, berücksichtigt werden.

Für die Zukunft stellen sich noch zahlreiche Fragen: Offen ist, ob eine Kombinationstherapie oder eine sequentielle mit BRAF/MEK-Inhibitoren zu einer weiteren Steigerung der Ansprechraten bzw. des Langzeitüberlebens führt. Zudem ist die Wertigkeit des PD1-Status als Biomarker noch weiter abzuklären. Ebenso muss weiter evaluiert werden, weshalb die eine Patientenpopulation ein nachhaltiges Ansprechen auf die Therapie zeigt, die anderer Population jedoch progredient ist. Hinsichtlich der Toxizität und Wirksamkeit der Kombination aus Ipilimumab und Nivolumab sollten weitere Studien modifizierter Dosierungsschemata durchgeführt werden, um die Verträglichkeit der Kombinationstherapie zu verbessern. Das Potential der Therapie mit PD1-Antikörpern wird durch die Vielzahl positiver klinischer Studien deutlich und spiegelt sich in der aktuellen Revision der S3-Leitlinie zum malignen Melanom wider, hier werden neue Substanzen – insbesondere die PD1-Antikörper – gegenüber der klassischen Chemotherapie mit Dacarbazin zweifelslos empfohlen." 

Nivolumab.Volltext.pdf

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